Piraten

Ich habe keine Ahnung, ob ich die Piraten wählen kann, weil ich mich noch nicht mit ihrem Parteiprogramm beschäftigt habe. Von dem was man hört oder liest, scheint es auch noch recht unklar zu sein, welche Position sie, jenseits ihres Herzensanliegens, der Freiheit im Internet, zu den wichtigen Themen wie Arbeitsmarkt, soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz haben.

Was ich aber gut finde, ist, dass sie die anderen Parteien aufgeweckt haben. Das zeigen schon die entnervten Reaktionen, die etablierten Parteien waren so zufrieden mit dem Status Quo, bei dem sie die Republik untereinander und zusammen mit der Wirtschaft so schön aufgeteilt haben.

Dabei interessieren mich andere Parteien als die Grünen nicht, worin sich diese Parteien noch unterscheiden, ist mir nicht klar.

Und die Grünen sind inzwischen zu einer Partei des etablierten, betuchten Bürgertums verkommen, das irgendwo in den besseren Stadtvierteln oder seiner Landlust-Idylle wohnt und sich dabei nicht von irgendwelchen technischen Projekten gestört fühlen will (typisches Beispiel: Stuttgart 21); dabei aber natürlich trotzdem alle Annehmlichkeiten des modernen Lebensstils, inklusive Flugreisen und SUV nutzt. Die Großprojekte soll man doch bitte irgendwo bauen, wo sie von dieser Lebenswelt aus nicht zu sehen sind.

Und deshalb finde ich es sehr gut, dass die Piraten die Grünen aufwecken, vielleicht kommen ja die Grünen ins Nachdenken oder die Piraten entwickeln soviel Programm, dass man sie wählen kann.

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Böser Witz

Stammtisch. Einer hat bald den fünfzigsten Geburtstag. Meint einer: “Geh mer doch zum Schuhbeck, der hat so fesche Bedienungen”.

Der sechzigste Geburtstag naht. Schlägt einer vor: “Geh mer zum Schuhbeck, da gibts die größten Schnitzel”.

Dann kommt der siebzigste. Einer schlägt vor. “Geh mer zum Schuhbeck, da gehts ebenerdig nei”.

Schließlich kommt der achtzigste. Meint der Gratulant: “Geh mer doch zum Schuhbeck, da war mer noch nie”.

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Cross-Something

Warum können sich Unternehmen eigentlich heutzutage nicht auf das konzentrieren, was ihre Hauptaufgabe ist? Welche 1-Watt-Leuchte aus der Marketingbranche hat ihnen eingeredet, dass sie ihre Kunden mit Angeboten fluten müssen, die mit ihrer Aufgabe nichts, aber auch gar nichts, zu tun haben?

Beispiel: Xing. Man sollte denken, dass es sich dabei um ein soziales Netzwerk für berufliche Kontakte handelt. Warum also schicken die mir das Angebot “Spiegel, Focus oder Blabla” für ein Jahr günstiger zu abonnieren? Ist Xing jetzt auch in der Zeitungsbranche tätig?

Oder z.B. O2. Soweit ich das verstanden habe, machen die in Mobilfunk. Warum dann “500 Visitenkarten versandkostenfrei für Sie, Herr Schüler – exklusiv für o2 Kunden”? Hat O2 eine Druckerei gekauft?

Liebe Marketingexperten, ob ihrs glaubt oder nicht: Am zufriedensten sind Kunden mit Unternehmen, die die von ihnen angepriesene Leistung zum fairen Preis ordentlich erbringen und ihren Kunden einen guten Service bieten. Nicht mehr und nicht weniger. Einfach mal nachdenken und selber überlegen, was einen zu einem zufriedenen Kunden macht. Kleiner Hinweis: Eine Mailbox voll mit Angeboten für Zeitungsabos, Visitenkarten und Reisen ist es sicher nicht.

Nachtrag

Mir ist schon klar, dass man diese Benachrichtigungen vermutlich abbestellen könnte. Aber die Frage bleibt: Warum beschäftigen sich die genannten Unternehmen mit sowas und konzentrieren sich nicht einfach auf ihr Kerngeschäft?

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Diese Tintlinge wuchsen dereinst in Regensburg im Parkgürtel, ganz in der Nähe von dero blaublütiger Fürstlichkeit (Gloria von Thurn und Taxis) Gemächern. Ich weiss nicht, welche es sind, da ich sie nur im Vorbeigehen geknipst habe. Es könnte sich um graue Tintlinge (Coprinus atramentarius) handeln.

Tintlinge

Tintlinge

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Sparassis crispa, die Krause Glucke

Die Krause Glucke, Sparassis crispa, ist ein recht leckerer Speisepilz. Da er ein wenig bröcklig ist, eignet er sich weniger für eine Pilzpfanne. Am besten mischt man ihn mit Ei und macht ein Omelette aus ihm. Er wächst am Fuss von Kiefern, wo er regelmässig zu finden ist, wenn man gezielt nach ihm sucht.

Die meisten Leute scheinen entweder nichts mit ihm anfangen zu können oder starren immer nur auf den Waldboden, wo die bekannten Pilze wie etwa Maronen wachsen. Was auch immer der Grund ist, das ist mir ganz recht, weil dieser Pilz eigentlich bei jeder Pilztour zu finden ist. Ein ausgewachsenes Exemplar reicht auch schon für ein kleines Abendessen. Er ist etwas schwierig zu putzen, da bei seinem Wachstum Schmutz, hauptsächlich Kiefernnadeln in ihn einwachsen. Damit kann man auf zwei Weisen umgehen:

  1. Den Pilz penibel putzen, bis auch das letzte Fitzelchen Dreck beseitigt ist. (Ein Bekannter von mir, der für seine Gründlichkeit bekannt ist, hat mal eine Dreiviertelstunde gebraucht, um eine Krause Glucke zu putzen.)
  2. Alle Fünfe gerade sein lassen und einen Teil des Drecks drin lassen. Das schmeckt auch
    nicht viel anderes und ein wenig Dreck trainiert zudem das Immunsytem.

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Wer sich nicht gut mit Pilzen auskennt, sollte die Finger von der Krausen Glucke lassen, da man sie mit zum Teil recht giftigen Korallenpilzen (diverse Ramaria-Arten) verwechseln kann.

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Bowiea volubilis

Es ist zwar noch eine Weile hin, bis wieder die Balkonsaison beginnt, aber hier ein Tip, wenn Sie dieses Jahr mal was neues auf dem Balkon haben wollen: Die Bowiea. Sollten Sie keinen Balkon oder Garten haben, ist diese Pflanze natürlich auch fürs Zimmer geeignet.

Bowiea ist eine Zwiebelpflanze mit dünnen Ranken, die bei entsprechendem "Auslauf" (großer Topf) meterlang werden können. Die Ranken klettern windend an einem Halt entlang, man kann sie aber bei genügend hohem Stand der Pflanze auch herabhängen lassen.

Das folgende Foto zeigt die Pflanze im Herbst, die Ranken beginnen einzutrocknen und haben sich zum Teil schon gelblich verfärbt.

Im Gegensatz zu anderen Pflanzen mit ähnlichem Aussehen (z. B. Testudinaria elephantipes) bildet Bowiea keine Knollen aus, sondern Zwiebeln, die in der folgenden Aufnahme zu sehen sind.

Ab Hochsommer erscheinen unscheinbare, grüne Blüten, aus denen die Pflanze reichlich Samen ansetzt. Die Früchte sind zuerst grün, bei der Reife öffnen sie sich und geben kleine, schwarze, ein wenig runzlige Samen frei.

Bowiea ist sehr pflegeleicht, die Zwiebeln können von Oktober bis April im Regal gelagert werden. Im April/Mai werden sie eingepflanzt und treiben dann schnell aus. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen Platz und hat einen mäßigen Wasserbedarf, sie kann über den Sommer auch problemlos im Freien gehalten werden. Im Herbst ca. einen Monat vor dem Einräumen das Gießen einstellen, die Ranken trocknen dann ein und können entfernt werden. An den Zwiebeln die Wurzeln einkürzen, die Zwiebeln vorsichtig putzen und trocken und dunkel einlagern. Ältere Pflanzen blühen, bei warmen Wetter reifen die Samen aus und können beim Abnehmen der Ranken abgeerntet werden. Die Früchte trocknen evtl. schon vorher ein, so dass die Samen herausfallen. Gegebenenfalls muss man also schon vor dem Einräumen gelegentlich ernten.

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Schizophyllum commune

Passend zum Winter, der gerade doch noch ein paar Schneeflöckchen mit sich bringt, ein älterer (aber natürlich nach wie vor brandaktueller) Artikel von mir über den Spaltblättling:

Der Spaltblättling (Schizophyllum commune) bewohnt totes Holz und ist leicht an seinen gespaltenen Lamellen zu erkennen, die in den Bildern, welche den Pilz von unten zeigen, zumindest zu erahnen sind. Der Pilz ist das ganze Jahr über zu finden. Diese Exemplare wuchsen im Mai im Botanischen Garten in Bayreuth.

Aber die Fruchtkörper dieses Pilzes erscheinen auch im Winter. Diese Exemplare wurden bei Marktoberdorf im Allgäu fotografiert, mitten im Januar.

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Wulff

Dies ist ja nicht vorrangig ein politisches Blog, aber jetzt muss ich doch meinen Senf zur “Causa Wulff” dazugeben.

Das Problem an der Sache ist, wie in SPON ja so schön gesagt, dass dieser Mann ein Produkt der Merkelschen Machtbalance ist. Es geht nicht darum, den fähigsten Mann oder die fähigste Frau an die richtige Stelle zu bringen, sondern nur darum, das fein austarierte Machtgespinst der Frau Merkel nicht durcheinanderzubringen.

Und so wird auf einmal ein durchschnittlicher Politiker mit all seinen Kungeleien und Spezlereien zum Bundespräsidenten. Er besetzt ein Amt, das eigentlich Vorbildfunktion haben soll und von dem sich die Bürger in Zeiten von Banken-, Euro- und sonstigen Krisen vielleicht sogar ein wenig Orientierung und ein paar klare Worte erwarten würden. Man kann ihm das nicht mal übelnehmen, er hat sich eine der in diesem Land üblichen Politikerkarrieren eingerichtet und landet auf einmal in einer Rolle, der er nicht gewachsen ist und die ihn eigentlich auch nicht interessiert.

Da fragt man sich natürlich schon, ob in solchen Krisenzeiten, in denen alle sparen müssen, um einigen Spekulanten ein schöneres Leben zu ermöglichen, ungedingt ein so teures Amt wie das des Bundespräsidenten erhalten bleiben muss, wenn seine Auswirkungen doch inzwischen fast null sind. Auch Herr Köhler hatte ja schon wenig zur Gesamtsituation zu sagen und fiel im Grunde genommen nicht mehr auf. Bloss um Kindergärten zu eröffnen und Menschen mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen, ist so ein Bundespräsident schlicht und einfach zu teuer.

Und man fragt sich, warum Frau Merkel eigentlich Kanzlerin sein will, wie sie das Land voran oder wenigstens über die Runden bringen will. Ihr einziges Ziel scheint zu sein, sich an der Macht zu erhalten. Und das ist in diesen Zeiten einfach zu wenig.

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Croogomphus rutilus

Ein ganz interessanter Speisepilz, vor allem, weil ihn die meisten Leute nicht kennen und ihn deswegen stehenlassen, ist der Kupferrote Gelbfuß, Chroogomphus rutilus. Dieses Exemplar stammt aus der fränkischen Schweiz, in der Nähe der Straße zwischen Muthmannsreuth und Pottenstein. Das ist nicht nur wegen der Pilze eine schöne Gegend, außerdem gibt es dort überall gute Landbiere. Und da der Gelbfuss nicht zu den Pilzen gehört, die mit Alkohol unverträglich sind, können Sie beides sogar kombinieren.

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Schwarzfahren 2.0

Die Geschichte

Bei der Bahn kann man auch als moralisch gefestigter Mensch (unfreiwillig) schwarzfahren. Und das geht so:

Ich bin in Hamburg und will zurückfahren ins Allgäu. Früher habe ich dazu immer ein Online-Ticket ausgedruckt, aber der Spezl, den ich besuche, hat keinen Drucker. Aber er meint: “Da gibts doch jetzt so ein Online-Ticket, das wird auf dem Display des iPhone angezeigt. Mach doch das!”

Klingt gut. Ich will gegen 9:00 fahren, also melde ich mich bei der Bahn an. Da gibt es tatsächlich die Möglichkeit, ein Mobilticket zu kaufen, also hat mein Spezl recht gehabt. Ich kaufe das Ticket. Die Bahn bedankt sich für die 129 Euro, um die meine Kreditkarte in Kürze belastet werden wird.

Was nicht kommt, ist das Online-Ticket. Es soll als MMS aufs Mobiltelefon zugestellt werden. Nach einiger Zeit melde ich mich nochmal bei der Bahnseite an und lasse es mir noch mal zustellen. Immer noch nichts.

Also gehe ich zum Bahnhof. Die 129.- bin ich ja los, also will ich auch fahren. Eine Fahrkarte kaufe ich nicht, sonst müsste ich ja doppelt bezahlen. Nach einigem Hin und Her am Bahnsteig finde ich einen Zugbegleiter, dem ich meine Lage erkläre und der dann sagt, ich solle jetzt erstmal einsteigen, wir würden dass im Zug klären.

Wir fahren los, der Zugbegleiter kommt an meinen Platz und stellt mir, da ich nicht im Besitz eines gültigen Fahrscheins bin, ein “Schwarzfahrerticket” aus. Das würde stolze 202 Euro kosten, aber die Bahn wird erst prüfen, ob ich wirklich schwarzgefahren bin.

Wenige Tage später habe ich ein Schreiben der Bahn im Briefkasten, ich solle belegen, dass ich ein Online-Ticket gekauft habe. Das kann ich natürlich nicht, da ich ein Mobilticket, kein Online-Ticket gekauft habe. Also rufe ich bei der Hotline an. Die möchte, dass ich Ihnen eine Kopie meiner Kreditkartenabrechnung schicke, aus der hervorgeht, dass ich die Buchung wirklich vorgenommen habe. Kommt mir zwar ein bisschen seltsam vor (kann ich umgekehrt bitte ein paar Kreditkartenabrechnungen von Bahnmitarbeitern sehen?), aber ich tue es.

Dann ist Ruhe. Und nach einer ganzen Weile bekomme ich einen Brief des Inhalts, dass die Bahn von einer Interpretation als Schwarzfahrt absieht. Und sie würde mich bald gern wieder im Zug begrüßen. Na ja, da bin ich mir noch nicht so sicher, ist ja rechtlich schließlich ganz schön riskant, so eine Bahnfahrt.

Hintergrund

Für technisch Interessierte hier der Grund, warum das Online-Ticket nicht zugestellt werden konnte. Die Bahn hat meine Telefonnummer als IP interpretiert. Kann ja nicht funktionieren. Siehe Screenshot.

Eine Telefonnummer, als IP interpretiert

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